Von:
Margot Käßmann

e-advent.de

Kaum ist der Sommerurlaub vorbei, grinsen uns die ersten Schokoladenweihnachtsmänner (und neuerdings auch absurde Nikolausfrauen) aus den Regalen an. Vielen wäre es offenbar am liebsten, sie könnten direkt von der Grillparty zum Glühweinschwofen übergehen. Aber, wie es eine Aktion der evangelischen Kirchen in Deutschland klar auf den Punkt bringt: Advent ist im Dezember! Mit dem Advent, dem Warten auf die Ankunft des Gotteskindes, beginnt ein neues Kirchenjahr. Das alte endet im November mit dem Nachdenken über Sterben und Tod: Volkstrauertag, Friedensdekade, Buß- und Bettag, Ewigkeits- bzw. Totensonntag.

Es ist gut, diesen Rhythmus, diese Rituale einzuhalten. Das Burn-out-Syndrom bei Managern wird darauf zurückgeführt, dass sie den Rhythmus von Schaffen und Ruhen verloren haben. Eine Gesellschaft im Dauerkarneval wird irgendwann einem kollektiven Burn-out-Syndrom unterliegen. Und wer monatelang Weihnachten feiert, dem wird es irgendwann zum Halse herauskommen. Warten können, sich vorbereiten, Vorfreude bewahren und dann feiern – das tut schlicht gut. Wie formuliert der Prediger in der Bibel so treffend: Alles hat seine Zeit!